Liebe Musikfreunde,

herzlich willkommen auf meiner Homepage und viel Vergnügen beim Stöbern durch die einzelnen Rubriken meiner Arbeit als Dirigent, Pianist, Cembalist und Regisseur.

 

Schlagzeilen

Mitteldeutsche Kammerphilharmonie

Mit großer Freude übernehme ich als Chefdirigent ab September 2019 die musikalische Leitung der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie in Schönebeck an der Elbe.
Zahlreiche Projekte mit Musik vom Barock bis zur Gegenwart prägen die kommende Saison, im Zentrum die "Festlichen cammerphilharmonischen Concerte", die neben dem klassischen Repertoire jeweils einem Komponisten, der seinerzeit als "verfemt" galt, Gehör schenken werden. Daneben Unterhaltungs- und Neujahrskonzerte, Festivals mit zeitgenössischer oder klassischer Musik, Kinder- und Jugendkonzerte.

Besonders hervorheben möchte ich die "Musik für neue Mitbürger", unter denen wir einerseits Babykonzerte veranstalten werden und andererseits Menschen, die auf der Flucht vor Hunger und Krieg nach Sachsen-Anhalt gelangt sind, in unsere Generalproben einladen wollen, um ihnen behutsam und mit einer ausführlichen Erläuterung den Weg in unsere Kultur zu ebnen.
 

Tanztheater Wuppertal Pina Bausch mit "Die sieben Todsünden"

Im Wuppertaler Opernhaus wird es im März 2020 wieder eine Serie von sechs Aufführungen von Pinas zeitloser Inszenierung der "Sieben Todsünden" von Kurt Weill geben. Auf der Bühne werden neben dem wundervollen Tanzensemble Solisten wie Meret Becker, Johanna Wokalek und Melissa Madden Gray zu erleben sein, das Sinfonieorchester Wuppertal spielt unter meiner Leitung. (Zu sehen vom 7. bis 15.März 2020).

www.pina-bausch.de


Paris-Debüt mit dem ensemble intercontemporain - verschoben aufgrund der Corona-Pandemie

Im Anschluss an die Aufführungsserie in Wuppertal spielen wir die "Sieben Todsünden" fünfmal im Théatre du Châtelet in Paris. Tänzer und Sänger werden die gleichen sein wie in Wuppertal, das Orchester wird das legendäre "ensemble intercontemporain" sein, was mich besonders freut, da sein Gründer Pierre Boulez und Pina Bausch sich künstlerisch und menschlich sehr viel bedeutet haben.
(Aufführungen vom 24. bis 29.März 2020; siehe Termine)

www.ensembleintercontemporain.com
www.chatelet.com

 


Händel-Festspiele in Halle an der Saale - abgesagt

Clemens Birnbaum, Intendant der Händel-Festspiele in Halle, hat mich nach 2012 und 2015-2018 erneut eingeladen, das traditionsreiche Abschlusskonzert der Festspiele 2020 in der Galgenbergschlucht zu leiten, auf dessen Programm neben Auszügen aus Händels "Solomon" und "Israel in Egypt" und anderen Werken, die sich mit dem Thema "Händel und die Malerei" assoziieren lassen, natürlich auch wieder das "Halleluja" aus dem "Messias" sowie Auszüge aus der "Feuerwerksmusik" mit großartigem Feuerwerk stehen werden. Das Konzert findet am 14.Juni 2020 statt, es spielt die Staatskapelle Halle.

www.haendelhaus.de

 

Plattenteller

"Cosí fan tutte" im Vergleich: zunächst die Böhm-Aufnahme aus Salzburg, dann im Vergleich die überaus geliebte Aufnahme aus Drottningholm unter Arnold Östman. Größer könnte der Unterschied nicht sein. Bei Böhm ein namhaftes, aber äußerst unhomogenes Ensemble, die Stimmen mischen sich gar nicht,  währedn Reri Grists Gepiepse Geschmackssache sein mag, ist es Brigitte Fassbaenders ewiges Von-Unten-Anschleifen nicht. lediglich Gundula Janowitz glänzt wieder mal. Und Peter Schreiers gruseliges Italienisch trifft auf Hermann Preys fehlendes Legato, auch hier kann lediglich der Senior Rolando Panerai überzeugen. Und Böhm: uninspiriert, zerdehnt, alles in gleicher Weise "heruntergespielt", als ob es noch keine neue Mozartausgabe oder sonstige aufführungspraktische Hinweise gegeben hätte. Und dann zehn Jahre später: ein fabelhaftes, inspiriertes Orchester unter Östman, ein geschlossenes Sängerensemble mit phantastischen Einzelleistungen: Rachel Yakar, Alicia Nafé, Georgine Resick, Gösta Winbergh, Tom Krause und allen voran Carlos Feller spielen und singen Komödie pur, lebendig, schlank und temporeich. Eine der schönsten Opernaufnahmen, die es gibt!!!

 

Leselampe

Angeregt durch das Geschenk des Klaus Modick-Romans "Keyserlings Geheimnis" lese ich - vor dem Buch ÜBER ihn - die Romane von keyserling selbst und bin tief berührt. nach "Wellen" hat mich nun vor allem "Abendliche Häuser" im Innersten gepackt. Wollte man - letzendlich. ungenügende - Vergleiche ziehen, so finde ich hier einerseits viel Fontane, andererseits aber eine beinahe Maeterlinck'sche Atmosphäre, etwas sehr fragiles und zutiefst Jugendstilistisches. Und die Gleichmut und Distanz, die der Autor seinen Figuren gegenüber vermeintlich aufrecht erhält, schafft eine umso größere Nähe und Identifikation, ja schlußendlich ein viel größeres Mitleid des Lesers. Dazu eine wunderbare Ausgabe mit hervorragenden Anmerkungen, die man lesen kann aber nicht muss und die einem die Zeit um die Jahrhundertwende nochmal sehr naherückt. Grandios!!!